Es war ja nur ein winziger Schluck

Stöhnend schlug ich die Augen auf. Allmählich drang das spärliche Licht an meine Augen. Ein rascher Blick soweit es die Fesseln zuließen. Außer mir niemand da. Was ich aber sonst erblickte, war nicht dazu angetan meine Stimmung zu heben.

Die Wände waren kahl und felsig. Verschiedene Folterinstrumente standen herum. An einigen klebte noch getrocknetes Blut. Meine Fesseln waren in der Decke verankert. Die Kettenglieder schienen aus solidem Eisen zu sein. Keine Chance sie zu öffnen. Fackeln erhellten nur unzureichend die Kammer. Blutflecken verunzierten meine Hose und Hemd. Aber offensichtlich stammte es nicht von mir.

Wie zum Teufel war ich nur hierher geraten? Wie lange war ich bereits bewusstlos? Was hatten die mit mir vor? Zumindest hatte man mir die Kleider gelassen.

"Ich wünschte, ich hätte das Zeug nie getrunken", murmelte ich vor mich hin, als ich das wohl zwanzigste Mal an den Fesseln zog. "Tut mir leid, aber das kann ich nicht erfüllen." Die knarrzige Stimme ließ mich zusammenfahren. In der Ecke links von mir war unvermittelt ein merkwürdiges Geschöpf aufgetaucht.

"Was ist das denn", entfuhr es mir überrascht. "Nicht was", wurde ich belehrt, "sondern wer." Dieses Ding watschelte näher. Neugierig musterte ich es von oben bis unten. Irgendwie seltsam. Eine wilde Mischung aus Gartenzwerg, Wurzelmännchen und ET. Nur die rote Zipfelmütze fehlte. Das Geschöpf baute sich breit auf seinen Stummelbeinen vor mir auf.

"Darf ich mich vorstellen? - Wobby Knopp", sagte er mit einer angedeuteten Verbeugung und wedelte mit der roten Mütze über den Boden. Woher hatte er dieses Ding nur so schnell? Irritiert schaute ich das Männchen an. "Und", fragte ich trocken, "sollte ich dich kennen?" Entrüstet schaute Wobby mich an. "Natürlich solltest du mich kennen", ein belustigter Unterton schwang mit, "ich bin dein persönlicher Wunschkobold." "Wunschkobold", stieß ich verblüfft hervor, "wusste gar nicht, dass es so was gibt. - So richtig wie eine gute Fee im Märchen? - Drei Wünsche?" "Na ja, nicht so ganz", Wobby kratzte sich am Kopf, "und es sind auch etwas mehr als drei Wünsche. Ich muss dir dienen, bis du mich nicht mehr benötigst."

Einen Moment lang dachte ich nach. "Gut, - äh, - also, wenn du mir Wünsche erfüllst", hob ich an, "dann befreie mich von den Fesseln." Nichts tat sich. Ich wartete noch ein wenig und zog an den Ketten. "Und", fragte ich ungeduldig. Gelassen stand Wobby vor mir. Von draußen hörte ich Geräusche. Jemand kam näher.

"Nun", fragte ich erneut, "ich denke du erfüllst Wünsche?" "Ja, das tue ich", entgegnete Wobby trocken, "aber du musst es dir - wünschen!" Ich seufzte und verdrehte die Augen. "Ich wünsche mir von den Fesseln befreit zu sein", sagte ich genervt. Der Kobold machte eine Handbewegung. Abrupt fiel ich nach vorne. Hart schlug ich auf dem Boden auf. "Verdammt", knurrte ich und rieb mir die Gelenke. Ich hatte vergessen, das ich buchstäblich in den Fesseln gehangen hatte.

Die Geräusche von draußen wurden lauter. "Eine Waffe", stieß ich hervor, "ich wünsche mir eine Waffe." Mit einem Plopp hielt ich plötzlich eine Keule in der Hand. "Oh, Mann", brummte ich, "ich dachte an was zum Schießen." "Das hast du nicht gesagt", erwiderte Wobby freundlich. Ich öffnete den Mund um noch eine bissige Bemerkung fallen zu lassen, doch dafür blieb keine Zeit mehr. Laut schwang die Tür auf.

Die Frau, die eintrat, sah aus wie Liz Hurley komplett in schwarzes Leder gehüllt. "Wow", entfuhr es mir. In Sekundenbruchteilen hatte sie die Situation erfasst. "Wer zum Teufel hat ihn losgemacht", fauchte sie los, "hatte ich nicht gesagt, er soll bis zum Biss in Ketten bleiben?" Deutlich waren lange Fangzähne zu sehen. Ich schluckte und hielt den Atem an. Verwirrt blickte ich sie an. Sie kam mir bekannt vor, doch ich wusste nicht woher. Hinter ihr tauchten weitere Gestalten auf. Alle in schwarzes Leder gekleidet. Lange Eckzähne wurden gefletscht. Gesichter verzogen sich zu Fratzen. Jetzt schluckte ich erst Recht. Unwillkürlich wich ich zurück. "Wo bin ich", stieß ich hervor. Kalter Schweiß lief über meinen Rücken. "Was ist hier los? - Was soll dieser ganze Aufzug?" Wobby feilte sich gemütlich die Nägel. Diese Gestalten kamen näher.

"Kommt mir nicht zu nahe", sagte ich drohend und schwang die Keule. Hell und bösartig lachte der Liz-Hurley-Verschnitt auf. "Was willst du mit diesem Ding", fragte sie hämisch, "Fliegen jagen?" Sie kamen immer näher. "Glaubst du wirklich, du könntest uns damit beeindrucken?" Nun gut, Angriff ist die beste Verteidigung, dachte ich resignierend. Ohne weitere Warnung ließ ich die Keule auf den mir am nächsten Stehenden niedersausen. Mit einem häßlichen Geräusch platzte der Schädel. Wie eine Wassermelone. "Ganz schöne Wucht für eine Keule", brummte ich.

Die anderen attackierten sofort. Doch aus irgendeinem Grund trafen sie nicht. Auch meine Keule raste nun ins Leere. Aus den Augenwinkeln sah ich mit Entsetzen dass der Kerl, dem der Schädel weggepustet war sich wieder erhob. Ich glaubte mich bei Terminator. Die Schädelfragmente flossen zueinander und nach Sekunden war nichts mehr von der zerplatzten Melone übrig. "Oh mein Gott", schrie ich entsetzt, "wo bin ich nur? Was mache ich hier? - Wobby, ich brauche was Wirkungsvolleres als dieses Ding. Ich wünsche mir .... ich weiß nicht, was ich mir wünsche..." Urplötzlich hielt ich einen Pflock in der Hand. Groß, gut gearbeitet, aus hartem Holz und äußerst spitz.

"Was soll ich denn damit", kreischte ich entsetzt. Mitten aus dem Handgemenge sah ich zu ihm herüber. Wobby stand ruhig in der Ecke. Ihn interessierte das alles nicht. "Tja", räusperte er sich gelassen, "falls du es noch immer nicht bemerkt hast ... - diese Dinger sind Vampire. Also töte sie auch entsprechend." "Vampire", meine Stimme überschlug sich.

Erbittert erwehrte ich mich meiner Angreifer. Ich blutete schon aus mehreren Wunden. Bisse? Fest entschlossen, das zu überleben schlug ich jetzt mit dem Pflock zu. Staub wirbelte in Wolken. Und siehe da. Plötzlich hatte ich Luft. Hustend blickte ich mich um. Ich sah die Tür und flugs war ich da hinaus. Ein langer Korridor erstreckte sich vor mir. Ebenfalls nur unzureichend von Fackeln erhellt. Die Tür schlug ich zu und verriegelte sie. Warum steckte bloß der Schlüssel?

"Wohin", gehetzt sah ich mich um. Es machte Plopp neben mir. "Vergiss nicht das Zauberwort", schüttelte Wobby wohlwollend den Kopf. "Oh verflucht", presste ich hervor, "ich wünsche mir das du mir den Weg zum Ausgang zeigst." Wortlos deutete Wobby nach vorne. Hastig lief ich in die angegebene Richtung. Nur um nach etlichen Windungen vor einer geschlossenen Tür zu stehen. Von dahinter hörte ich merkwürdige Geräusche. Hektisch rüttelte ich an der Tür. "Warum zum Teufel ist hier zu", fragte ich frustriert.

"Damit du nicht weglaufen kannst." Abrupt drehte ich mich um. Vor mir stand der Liz-Hurley-Verschnitt. Wie war sie nur aus der Folterkammer gekommen? Die Tür war doch verschlossen gewesen. "Niemand kann mir entgehen", schnurrte sie und leckte sich die Lippen. Geschmeidig glitt sie näher. Ich wich zurück. Einen Schritt, noch einen, dann spürte ich die Tür im Rücken. Sie streckte ihre Hände aus. Lange Spinnenfinger kamen auf mich zugekrochen. Mit einem Mal war hinter meinem Rücken gähnende Leere. Da ich schon gegen die Wand lehnte, fiel ich hintenüber. Mein Aufschrei gellte durch die Schwärze. Das blasse Antlitz der Vampirdame verschwand. Ihr hämisches Lachen begleitete meinen Fall.

Ein lautes unmelodisches Piepen unterbrach die Dunkelheit. "Was wünschst du dir", hörte ich Wobby im Ohr. Er fiel neben mir. Nein, es war kein Fall. Er schwebte!!! "Ein Aufprallpolster", schrie ich in Panik, "ich wünsche mir ein Polster." Der Aufprall erfolgte völlig unvorbereitet. Er war hart. Doch nicht so hart, wie ich es aufgrund der Länge meines Falles erwartet hatte.

"Uff", entrang es sich meiner Kehle. Vorsichtig schlug ich die Augen auf. Das laute Piepen war immer noch da und es war noch lauter als vorhin. Einige Atemzüge lang lag ich einfach nur da. Dunkelheit umfing mich. Dann registrierte ich die Anzeige meines Weckers. Dieser gab dieses grauenvolle Geräusch von sich. Stöhnend schlug ich auf den Aus-Knopf. Meine Hand tastete zum Lichtschalter. Grell flutete das Licht durch mein Schlafzimmer.

"Es war nur ein Traum", murmelte ich, "nur ein Traum." Doch warum fühlte ich mich so zerschlagen? Weshalb zum Teufel lag ich auf dem Boden? Ich erhob mich ächzend. Die Bettdecke fiel zu Boden. Nachdenklich hob ich sie auf und legte sie zurück auf das zerwühlte Bett. Vorsichtig inspizierte ich meinen Körper. Doch bis auf ein paar blaue Flecken war nichts zu sehen. Das ganze Blut war wohl wirklich nur Einbildung gewesen. "Es war doch nur ein Traum", murmelte ich erneut, während ich ins Bad schlich.

Müde und abgekämpft blickte mich mein Spiegelbild an. Das schrie förmlich nach einer ausgiebigen Dusche. Nach reichlich warmem Wasser und Seife sowie einer Rasur fühlte ich mich wesentlich wohler in meiner Haut. Ich machte noch einen Abstecher in die Küche, wo ich die Kaffeemaschine in Gang setzte, bevor ich zurück ins Schlafzimmer ging. Meine Kleider von gestern lagen dort noch achtlos auf dem Boden. Sie sahen ein wenig mitgenommen aus, doch nirgendwo waren Blutflecke zu sehen.

"Was war nur los", fragte ich mich, "so viel habe ich doch nicht getrunken." Kopfschüttelnd zog ich die Rollladen hoch. Das Licht der aufgehenden Sonne flutete das Zimmer. Leicht geblendet wandte ich den Kopf ab. Dumpfer Kopfschmerz machte sich breit. "Muss wohl eine Aspirin nehmen", murmelte ich vor mich hin. Sorgfältig musterte ich meinen Kleiderschrank. Rasch überlegte ich, was heute anstand. "Nichts wichtiges", entschied ich und zog eine schwarze Jeans, ein blaues Hemd und die abgetragene Lederjacke hervor, die ich am liebsten anzog. Die Jacke landete vorerst auf dem Bett. Vom Stuhl in der Ecke nahm ich mein Pistolenholster, dass ich gestern abend nur noch dort abgelegt hatte. Als ich es festschnallt und kurz vor Schmerz zusammenzuckte, weil es auf einem blauen Fleck zu ruhen kam, kehrte auch die Erinnerung zurück.

Ich erinnerte mich an den Einsatz gestern, an das Tohuwabohu und das Entsetzen, als wir das Nest ausgehoben hatten. Die Anblicke werde ich wohl nie in meinem Leben vergessen. Ich war kein Trinker und sprach dem Alkohol nur selten zu, doch gestern abend auf dem Weg nach Hause machte ich in einer Bar halt. Ich erinnerte mich an einige Whisky und etlichen anderen Getränken. Auch an einige hübsche Frauen konnte ich mich erinnern. Eine sah tatsächlich aus, wie Liz Hurley in schwarzem Leder.

"Kein Wunder das du so verdrehte Träume hast", schimpfte ich mit mir selber zwischen zwei Schlucken Kaffee. Einige Minuten später nahm ich meine Jacke, die Schlüssel und verließ das Haus. Mit meinem kleinen Auto quälte ich mich durch die Innenstadt. Der morgendlichen Verkehr war dicht wie eh und je. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich das Dezernat erreicht.

"Guten Morgen, Herr Möller", grüßte mich der Pförtner höflich, wie jeden Morgen. Er wusste, dass ich auf die Anrede Hauptkommissar keinen gesteigerten Wert legte. "Guten Morgen", grüßte ich zurück. Vor mir ging der Balken hoch. Im Schritttempo suchte ich meinen Parkplatz auf. Die Sonne blendete stark heute morgen. Ich fühlte mich unwohl. Erst als ich die Sonnenbrille aufzog, verschwand dieser Druck im Magen.

Als ich das Dezernat betrat ,wurde ich erneut von einem anderen Pförtner unter die Lupe genommen. Nach weiteren zehn Minuten stieß ich die Tür zu meiner Abteilung auf. Die meisten meiner Kollegen waren schon anwesend. Geistesabwesend nahm ich mir einen Becher Kaffee, die Zeitung und setzte mich in mein Büro. Ruhig las ich die Artikel, als die Tür heftig aufgestoßen wurde.

"Hast du den Artikel auf der ersten Seite gelesen", wurde ich unvermittelt gefragt. Gelassen hob ich den Kopf, um das wutentbrannte Gesicht meines Kollegen Heinz Peters zu sehen. Eine verpflasterte Wunde zierte seine linke Augenbraue. Seine eisgrauen Augen blitzten vor Ärger. "Jepp", antwortete ich. "Und", fragte er zwischen zwei Schluck Kaffee. "Was und", fragte ich zurück, "Schubert hat die Lorbeeren kassiert und wir die Dresche. Ist doch eine faire Verteilung, oder?" Schnaubend knallte Heinz Peters den Becher auf den Tisch. Kaffee schwappte über und hinterließ einen Ring auf der Tischplatte. Ein paar Spritzer landeten auf Peters dunkelblauer Jeans. "Da bin ich anderer Meinung", knurrte er, "wir holen die Kastanien aus dem Feuer und dieser Schnösel erntet den Erfolg. Was hat der denn vollbracht? - WIR haben die Ermittlungen geleitet. WIR haben dich undercover eingeschleust. WIR haben dieses Nest voll Satanisten gestürmt, 'ne Handvoll Kinder vor dem Opfertod gerettet, einige Kilos Drogen sichergestellt und außerdem die Dreckarbeit gemacht. - Teufel noch mal - WIR sind die Helden!!"

Grinsend hatte ich den Ausbruch verfolgt. "Reg' dich ab, Heinz", beschwichtigte ich, "du weißt doch genau, wie das hier läuft. Wir kriegen die kleinen Eintragungen in die Akte und andere kassieren die Medaillen. - Also warum regst du dich auf? - Das da - " mit Schwung warf ich ihm die Zeitung hin "- das da ist ein wahrer Held." Ich deutete auf den kleinen Artikel auf Seite fünf.

Mit wenigen Sätzen wurde fast beiläufig erwähnt, dass ein Junge von nicht einmal fünfzehn Jahren einem kleinen Kind das Leben gerettet hatte. "Doch damit kann man keine Auflagen füllen und geschweige denn genug Zeitungen verkaufen", sagte ich trocken, "Blut und Abartigkeiten, das sind die Dinge, welche die Menschen lesen wollen." Einige Minuten herrschte tiefes Schweigen.

Man sah, wie die Wut meines Gegenüber verrauchte. Etwas ruhiger rückte er sein Holster über dem karierten Hemd zurecht. "Hast ja Recht", gab Heinz kleinlaut zu, "ich habe mich nur über diese Ungerechtigkeit aufgeregt." "Ungerechtigkeiten wird es immer geben", antwortete ich, "da können selbst wir nichts ausrichten. - Also, was liegt an?" "Berichte schreiben", brummte Heinz, "ansonsten nichts Weltbewegendes." Er nippte an seinem Kaffee. "Ach ja, unser Oberfuzzi will uns beide nachher sprechen", sagte er zwischen zwei Schlucken Kaffee, "Nachbesprechung des gestrigen Einsatzes." "Da werden wir wohl wieder Dresche beziehen", grinste ich Heinz an. "Ist wohl wahr", brummte er zurück. Die Tagesroutine holte uns ein.

Irgendwann am Nachmittag wurden wir zu einem Einsatz gerufen. Einer unsere verdeckten Ermittler steckte in Schwierigkeiten. Beim Verlassen des Gebäudes wurde mir erneut flau im Magen. Die Sonne blendete immer noch extrem. Trotz der Menge Aspirin, die ich bis jetzt eingeworfen hatte. Selbst die Sonnenbrille konnte das nicht mehr richten. Ein Kribbeln lief über meine Haut. Wie bei einem Sonnenbrand. Unwillkürlich kratzte ich mich am Hals. Ein kurzer Erinnerungsfetzen durchzog mein Gehirn.

Der Liz-Hurley-Verschnitt hatte mir ein Glas gegeben. Kurz bevor die Erinnerung aussetzte. Eine dunkelrote Flüssigkeit. "Ein Getränk für starke Männer", wisperte sie mir ins Ohr, "das Lebenselixier schlechthin." In ihren dunklen Augen hatte ein Feuer gebrannt. "Ein kleiner Schluck kann nicht schaden", hatte ich erwidert. Danach wusste ich nichts mehr. Was war das für ein Zeug gewesen?

Ich hatte keine Zeit mehr darüber nachzudenken. Rasch stiegen wir in das Einsatzfahrzeug. Ganz flüchtig hatte ich den Eindruck hinter einem Pfeiler Wobby Knopp zu sehen. Irritiert rieb ich mir die Augen. Schließlich war der Wurzelzwerg nur eine Traumgestalt gewesen. Als ich ein weiteres mal hin blickte, sah ich nur den Schatten des Pfeilers. "Wäre auch zu schön gewesen", murmelte ich erleichtert, "ein eigener Wunschkobold." "Was sagst du", fragte mich Heinz. "Ach, ich hatte heute nacht einen merkwürdigen Traum", sagte ich leichthin, "von einem Wurzelzwerg der Wünsche erfüllt." "So einen wünscht sich wohl jeder", grinste Heinz zurück, "na dann mal los." Ich startete das Auto. Der unauffällige dunkelblaue Wagen rollte sanft vom Parkplatz. In Gedanken war ich schon bei Frank. Ich hoffte, wir kamen nicht zu spät.

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